SimpliOffice befand sich auf Wachstumskurs, während die Buchhaltung bereits unter Druck stand. Gleichzeitig hatte die bisherige freiberufliche Buchhalterin ihre Tätigkeit beendet.
Dadurch entstand kurzfristig eine echte Lücke in der Buchhaltung, nicht nur organisatorisch, sondern auch operativ und steuerlich. Zwei Monate, November und Dezember 2024, waren vollständig ungebucht.
Die Stripe-Verrechnungskonten waren über das gesamte Jahr hinweg nicht abgestimmt, digitale Kreditkartenbewegungen über Pleo nicht verbucht und auch die saubere Trennung der drei Gesellschaften war nicht durchgängig sichergestellt.
Hinzu kam, dass es keine dokumentierten oder standardisierten Buchhaltungsprozesse gab.
Für Ann-Christin war schnell klar, dass das ein kritischer Punkt ist, weil in einer solchen Phase jede verfügbare Liquidität zählt. Durch die Umsatzsteuerschätzungen wurde jedoch deutlich mehr Liquidität an das Finanzamt abgeführt, als tatsächlich notwendig gewesen wäre.
Hinzu kamen Bauvorhaben, größere Projekte und viele Themen, die nicht klassisch nach Standardprozess liefen. Für Ann-Christin war deshalb früh klar, dass ein Steuerbüro hier keine passende Option ist. Kurzfristig jemanden fest einzustellen, war ebenfalls nicht realistisch.
Die Folge für sie als CFO war vor allem, dass ihr die belastbare Grundlage fehlte, um sicher zu steuern. Gebraucht wurde daher jemand, der nicht nur bucht, sondern im unternehmerischen Kontext denkt.